Brenner:o in Stere:o #2: Impulse für die Zukunft der Musikszene in Südtirol

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Networking, fachlicher Austausch und ein gemeinsamer Blick nach vorne: Die zweite Ausgabe von Brenner:o in Stere:o am 10. Oktober in der BASIS Schlanders unterstrich eindrucksvoll das Potenzial der Südtiroler Musikbranche.

Der KASINO Kulturclub in Schlanders wurde am Samstag zum Zentrum der Südtiroler Musikszene. Brenner:o in Stere:o bot als Konferenz- und Showcase-Festival den idealen Rahmen, um zentrale Fragen der Branche zu diskutieren, Kontakte zu knüpfen und die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Der IDM Music Fund als starkes Signal

Ein wesentlicher inhaltlicher Ankerpunkt des Tages war die Vorstellung des IDM Music Funds durch Renate Ranzi (IDM Film & Music Commission) sowie das anschließende Gespräch mit Claudia Sergio (PugliaSounds). Dabei wurden nicht nur Best Practices der beiden Fördersysteme austetauscht, sondern auch die zentrale Bedeutung regionaler Musikförderungen für die nachhaltige Entwicklung von Musikökosystemen hervorgehoben.

Take

Auf der Bühne standen außerdem Silvia Tarrassi (Linecheck Milano), Simon Mühlegger (Feber Wolle) und Gianluca Taraborelli (uploadsounds). Max von Pretz gab Einblicke in das Südtirol Jazzfestival Alto Adige als experimentelles, zeitgenössisches Festival, welches sich als solches international etabliert hat und auch ausgezeichnet wurde. Über das Format der Euregio Jazz Werkstatt wird ein spezielles Programm für lokale Künstler angeboten.

Visionen für den Standort

Eines der Highlights des Programms war die Paneldiskussion „What is the vision of the South Tyrolean music industry?“. Expert:innen aus Politik, Förderung und Praxis – darunter Manuela Defant (Kulturressort Land Südtirol), Renate Ranzi (IDM), Thomas Maniacco (PERFAS), Simon Mariacher (Nachtkultur-Manager, IG Freie Kultur) und Konferenzkurator Hans Zoderer (BASIS, Drahthaus) – erörterten den Weg zu einem nachhaltigen Musikproduktionsstandort.

Einigkeit herrschte darüber, dass es neben der Vernetzung der Akteur:innen und gezielten Export-Maßnahmen vor allem der Schaffung nötiger Infrastrukturen (Spaces) bedarf. Ein besonders dringliches Thema war dabei das Prinzip des Fair Pay: Musikschaffende müssen für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden, um der in der Branche weit verbreiteten Selbstausbeutung entgegenzuwirken.

Vernetzung und Praxis

Über den gesamten Tag hinweg bot die Konferenz mit Talks, Interviews und Panels sowie einem intensiven Speed-Dating-Format zahlreiche Möglichkeiten für den direkten Austausch zwischen Branchenprofis und Künstler:innen. Dass dieses Format einen Nerv trifft, bestätigte auch der Musiker Philipp Kieser: „Die zweite Edition der Music Conference ist ein wichtiger Beitrag, um die Südtiroler Musikszene zum Thema zu machen.“

Mit dabei war auch das international erfolgreiche Duo „Anger“ mit Nora Pider und Julian Angerer, das kürzlich seinen Lebensmittelpunkt von Wien wieder nach Südtirol verlegt hat. Sie haben bereits ihr letztes Album mit öffentlicher Unterstützung aus Südtirol finanziert und haben auch vor, künftig in Südtirol zu produzieren und auf die Unterstützung des IDM Music Funds zurückzugreifen.

Musikalischer Ausklang

Nach einem Tag voller theoretischer Impulse ging die Veranstaltung nahtlos in die Praxis über. Begleitet von kulinarischem Networking und DJ-Sets von pianopiano/Strappi ai Piatti, öffnete sich ab 19:30 Uhr die Bühne für Live-Acts: Cute Aggression (AT), Carmen (IT) und Principess (DE) sorgten für eine vielfältige Klangkulisse, bevor DJ-Sets von EDEN (IT) den Tag bis in die frühen Morgenstunden abrundeten.

Brenner:o in Stere:o hat sich damit erneut als wichtige Plattform für alle etabliert, die die Musikszene in Südtirol mitgestalten, hinter die Kulissen blicken oder die nächsten Schritte für ihre Karriere planen möchten. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer lebendigen, professionellen und nachhaltigen Musikwirtschaft im Land.

Foto Stefan Tumler
Veröffentlicht am 22.10.2026