Hinter den Kulissen: Der Mystery-Thriller „Wolf“

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Eine eigenartige Stimmung herrscht im Wald bei Bad Gfrill – zwischen Mystik und regem Treiben auf einem hell erleuchteten Filmset mitten in der Nacht. In rund 30 Drehtagen im April und Mai entsteht hier der Mystery-Thriller „Wolf“ (Arbeitstitel) der Südtirolerin Nancy Camaldo.

Das Drama bewegt sich zwischen Mythos und Realität. Regisseurin und Drehbuchautorin Nancy Camaldo, gebürtig aus Klausen und Absolventin der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München, realisiert hier ihren zweiten Langfilm, der erneut von der IDM Film & Music Commission gefördert wird – nach ihrem Debüt „Windstill“.

In der fiktiven Geschichte geht es um die Wildparkbesitzerin Tilda, deren Tiere von einem Wolf gerissen werden. Als ihr weißer Hirsch getötet wird, schwört sie Rache. Gemeinsam mit ihrem Bruder Eddi kämpft sie darum, das Erbe ihrer verstorbenen Mutter zu schützen. Es beginnt eine körperliche und innere Metamorphose der Protagonistin – zwischen Mensch und Tier. „Wolf“ ist ein Genrefilm mit Horrorelementen. „Ich behandle ein aktuelles Thema – die Rückkehr des Wolfes – auf filmisch-künstlerische Weise, ohne zu bewerten, was richtig oder falsch ist. Es kommen verschiedene Perspektiven zum Ausdruck, die sich im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln“, erklärt die Regisseurin. Ihre Wurzeln dienten ihr als Inspiration; die Landschaft bietet die passende Kulisse. Nancy Camaldo hat zahlreiche Menschen aus ihrer Heimat eingebunden – viele Komparsen stammen aus Klausen.

Gedreht wird an diversen Locations, unter anderem am Rainguthof in Gfrill sowie in Tisens und Margreid – an komplexen Sets, häufig nachts. Das stellt besondere Anforderungen an Schauspieler und Crew, etwa an Technik und Beleuchtung.

Eine eigene, dialektale Filmsprache

Das Ensemble besteht aus erfahrenen Darstellern: Mercedes Müller (Hauptrolle), Felix Krasser und Victoria Trauttmansdorff. Ein besonderes Anliegen des Teams ist Inklusion: Der Südtiroler Schauspieler Felix Grünbacher, der das Down‑Syndrom hat, übernimmt eine wichtige Rolle.

Ein weiterer Aspekt ist die Sprache: Der Südtiroler Schauspieler und Sprachcoach Günther Götsch hat einen eigenen, fiktiven Dialekt entwickelt und mit den Darstellern einstudiert. „Die Sprache orientiert sich am Südtiroler Dialekt, muss aber für das Filmpublikum verständlich sein“, so Nancy Camaldo.

Produktion und Drehort-Support

Die Schwestern Natalie und Sandra Hölzel mit ihrer Münchner Produktionsfirma Elfenholz Film haben in Partnerschaft mit der Bozner Albolina Film die Produktion übernommen. Am Set unterstützt Geschäftsführer Wilfried Gufler die Umsetzung vor Ort mit lokalem Know-how.

Die Produzentinnen loben die guten Bedingungen in Südtirol: „Die Region ist überschaubar, wir finden Kompetenz und Engagement vor Ort. Die Landschaft bietet eine beeindruckende Vielfalt: Berge, Wälder, Seen.“ Als Beispiel nennen sie Martin Piazzi und seine Familie am Rainguthof: „Sie sind großartige Partner und bieten ein hervorragendes Filmset. Sie helfen uns überall – eine der besten Erfahrungen, die wir gemacht haben.“

56 Fachleute der Crew des Kinofilms „Wolf“ stammen aus Südtirol – darunter zum Beispiel die Location Manager Debora Scaperrotta und Petra Tschenett sowie im Kamera-Team Marino Fiore und Michele Lezza. Auch beim Setbau sind mehrere Einheimische beteiligt, vom Assistenten für Setdesign Michele Bocchin über die Dekorateurin Tessa Battisti bis hin zu Requisiteur Michael Gamper sowie die Setbauer Peter Vällming und Dietmar Deutsch. Präsenz aus der Region zeigt sich auch in der Kostümabteilung mit Cinzia Cioffi und Chiara Bocci sowie in der Stuntkoordination, an der unter anderem Jakob Watschinger und Martina Resch beteiligt sind. Doch die Liste endet nicht hier: Von Regie über Produktion bis zur SFX‑Koordination und zum Catering umfasst das Set ein breites Spektrum an Südtiroler Filmschaffenden.

Foto Oliver Oppitz
Veröffentlicht am 03.07.2026