(K)ein klassischer Bergfilm

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Nach seiner Weltpremiere auf dem Filmfest Anfang Juli in München feierte „Simon Messner – Aus dem Schatten“ im September nun auch seine Südtirol Premiere: Alles, was Rang und Namen hat in Südtirols Filmwelt und nicht nur, verfolgte im Filmclub in Bozen den Auftakt des Filmes für den Start in Südtirols Kinos. Mit dabei: Regisseurin Veronika Kaserer, Produzent Georg Tschurtschenthaler und Hauptprotagonist Simon Messner.

Der Film „Simon Messner – Aus dem Schatten“ ist ein besonderes Portrait des Alpinisten und Kletterers Simon Messner – Sohn der Berglegende Reinhold Messner –, der auf der Suche nach seinem eigenständigen Weg lernt, dass er nicht nur die Berge zu bezwingen hat, sondern vielmehr auch sich selbst in seinen unterschiedlichen Rollen als ehrgeiziger Pionier, verletzlicher Sportler und nicht zuletzt auch als junger Familienvater.

Aufhänger des Films wäre ursprünglich gewesen, die Expedition im Karakorum zu dokumentieren – die Erstbesteigung des Sechstausenders Chumik Kangri. Und der Untertitel „Aus dem Schatten“ könnte suggerieren, dass es wohl auch um den berühmten Vater gehen könnte. Doch Regisseurin und Drehbuchautorin Veronika Kaserer winkt ab.

„Ich habe Simon kennengelernt und sofort gewusst: Er ist das Zentrum des Films."

Veronika Kaserer

Sie habe sich sogleich für den Menschen Simon Messner interessiert: „Ich habe Simon kennengelernt und sofort gewusst: Er ist das Zentrum des Films. Er ist eine neue Generation von Bergsteiger, ein sensibler Mensch, der auch an seine Familie denkt, während er da hinaufsteigt.“ Natürlich habe sie auch interessiert: „Wo kommt Simon her, wer ist seine Familie, wer ist sein Vater – und die gesamte Familiengeschichte. Und die umfasst sehr viele universelle Themen, die uns alle betreffen.“ Insofern sei der Film ein Bergfilm, aber kein klassischer: „Es geht nicht einfach nur um Männer, die einen Berg bezwingen wollen. Dahinter stehen Menschen mit ihren Gefühlen und Gedanken und ihrer Geschichte, die sie zu dem bringen, was sie eben machen.“

Das Drehbuch selbst ist ein Gemeinschaftswerk von Veronika Kaserer, Simon Messner und dem Produzenten Georg Tschurtschenthaler, der in Berlin als Geschäftsführer der Produktionsfirma beetz brothers GmbH verantwortlich ist. Besonders spannend fand er nicht nur die Dreharbeiten an sich, die im unbesiedelten Gebirge eine Herausforderung waren, sondern auch die Aktualität und Authentizität des Themas an sich: „Die Berge, der Umgang mit den Bergen, das ist ja wirklich ein Südtiroler Thema an sich. Da ist schon spannend, wie das Südtiroler Publikum das aufnimmt.“ Die aufregendste und schwierigste Premiere des Films sei es gewesen, den Film dem Protagonisten selbst vorzuführen.

Take

Dieser zeigte sich bei der Südtirol-Premiere selbst gespannt. Simon Messner sah den Film bei der Premiere in Bozen zum dritten Mal – das erste Mal sei „sehr schwierig“ gewesen, berichtete er. „Es geht ja um den Blick von außen auf einen selbst, den man so nicht kennt und der schon auch herausfordernd sein kann. Manche Szenen sind schwer zu verdauen, es waren ja auch Bilder enthalten, die mir und auch meinen Schwestern so nicht bekannt waren“, sagte er. Das Ergebnis findet er letztlich sehr gelungen.

So empfand es zweifellos auch das Publikum im Bozner Filmclub. Der Film wurde von IDM Film & Music Commission unterstützt; produziert wurde er von beetz brothers GmbH in Berlin, für die der gebürtige Südtiroler Georg Tschurtschenthaler verantwortlich zeichnet. Regisseurin Veronika Kaserer ist ebenso Südtirolerin, sie lebt und arbeitet auch in Berlin. Co-Produzenten des Films sind u.a. die TV-Stationen Sky, ARD, BR und der SWR. 

Foto Niccolò Dametto
Veröffentlicht am 05.10.2026