Sigune sammelte bereits während ihres Studiums an der Accademia Nazionale del Cinema in Bologna erste Set-Erfahrungen, indem sie die dortigen Regiestudierenden unterstützte. Seitdem hat die Südtirolerin ihre Expertise im Produktionsbereich durch die Mitarbeit an zahlreichen Kino- und TV-Projekten – von Spielfilmen bis hin zu Serien – kontinuierlich vertieft.
Wie kam es dazu, dass Sie Ihren Weg in die Filmbranche gefunden und sich speziell auf das Location Scouting und Location Management fokussiert haben?
Mein Weg in die Filmbranche begann eher praktisch als geplant, als Komparsin beim Film „Das finstere Tal“, gecastet von Elisabeth Fulterer. Der erste Set-Eindruck hat gereicht, um mich neugierig zu machen, und so habe ich während meines Studiums nebenbei weitere Erfahrungen in ihrer Castingagentur gesammelt. Zum Location-Bereich kam ich dann eher zufällig im Rahmen meines Master-Praktikums am Set der Netflix-Serie Curon. Dort lernte ich eine Südtiroler Location-Managerin kennen und habe durch sie gemerkt, dass ich hinter den Kulissen, auf der Suche nach den passenden Drehorten, genau richtig bin. Seitdem bin ich dabeigeblieben, weil die richtigen Orte oft die schönsten Geschichten erzählen.
Worin liegt für Sie die größte Herausforderung bei dieser Arbeit?
Die größte Herausforderung ist für mich, kreative Vision und praktische Umsetzbarkeit in Einklang zu bringen. Eine Location soll perfekt zur Geschichte passen, muss aber gleichzeitig praktisch umsetzbar sein, sei es in Bezug auf Logistik, Genehmigungen, Budget oder Wetter. Gleichzeitig gilt es, die Vorstellungen der kreativen Köpfe am Set mit dem routinierten Alltag der Motivgeber zu vereinen. Manchmal braucht es deshalb viel Organisationstalent und soziale Kompetenzen, um flexibel zu bleiben und schnell Lösungen zu finden. Genau diese Herausforderungen machen die Arbeit spannend und sorgen dafür, dass es nie langweilig wird.
Gibt es einen bestimmten Drehort, den Sie aufgespürt oder betreut haben, der Ihnen besonders gut im Gedächtnis geblieben ist?
Einige Orte bleiben mir immer besonders im Gedächtnis, aus den unterschiedlichsten Gründen. Manchmal sind es die herzliche Gastfreundschaft der Motivgeber, die einen berührt. Ein anders Mal das Gefühl, als hätte die Zeit dort stillgestanden. Besonders spannend finde ich verlassene Orte, bei denen man förmlich spüren kann, dass sie einst voller Leben waren. Solche Plätze haben für mich eine ganz eigene, magische Atmosphäre. Mancher Ort prägt sich auch durch das Dreherlebnis selbst ein: sei es eine besondere Szene oder die Chance, Orte hautnah zu erleben, zu denen man sonst nie Zugang hätte.
Die Local Talents sind von IDM Film & Music Commission ausgewählte Südtiroler Filmschaffende und Fachkräfte, die seit 10 und mehr Jahren in der lokalen Filmbranche tätig sind. In Kurzinterviews erzählen sie, was sie an ihrem Beruf und am Film lieben.