MASO #3: Neun Projekte für die neue Ausgabe ausgewählt

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Für MASO #3 wurden neun Projekte ausgewählt, die am internationalen Entwicklungs- -Programm für aufstrebende Filmprojekte teilnehmen werden. Das Programm unterstützt Kurzfilme, und fördert den kreativen sowie produktionellen Austausch zwischen europäischen Filmschaffenden.

Die dritte Ausgabe bestätigt den Fokus des Projekts auf originelle Autor*innenpositionen, international ausgerichtete Stoffe und Produktionswege, die unterschiedliche Territorien, Sprachen und Perspektiven miteinander verbinden. Die ausgewählten Titel stammen aus Österreich, Deutschland, Norwegen, Italien, Frankreich und Litauen und bewegen sich zwischen intimem Drama, Sozialkino, Coming-of-Age, psychologischem Thriller und hybriden Erzählformen.

Zu den ausgewählten Projekten gehört SANDSTONE von Reza Rasouli und Daniela-Katrin Strobl (Weibsbild Film, Österreich), eine sensible und zugleich kraftvolle Geschichte über eine Mutter und ihren erwachsenen Sohn mit Behinderung, deren Reise durch eine Sicherheitskontrolle am Flughafen unterbrochen wird. Ein alltäglicher Moment entwickelt sich dabei zu einer Reflexion über Fürsorge, Schuld und Liebe.

Aus Deutschland stammt Mandalay von Lin Htet Aung und Jasper Wiedhöft (Reynard Films, Hessen). Der Film ist im Jahr 1855 angesiedelt und entfaltet sich an einem Ort zwischen Realität und Imagination: Drei Fremde werden von einem rätselhaften, beklemmenden Geheimnis in einer Hütte auf einem verschneiten Hügel angezogen, der an den Mandalay Hill erinnert – in einer Zeit, bevor die Stadt überhaupt entstanden ist. Das Projekt verspricht eine dichte Atmosphäre und eine originelle erzählerische Anlage.

Für Nordnorwegen wurde Before the silence von Emilie Hauan Solvang und Debbie Nsamba (Finnmark Productions) ausgewählt. Schon der Titel verweist auf das zentrale Thema: „The silence began as a tool for survival.“ Das Projekt untersucht Schweigen als Überlebensstrategie und als Raum, der zurückerobert werden muss – mit einem Blick auf historisch verdrängte Erfahrungen und Traumata.

Italien ist mit drei Projekten vertreten. Artificial Torpor von Nikolai Palmieri und Matteo de Sabbata (Ikon Productions, Friaul-Julisch Venetien) erzählt von einer jungen Frau, die in ihr Bergdorf zurückkehrt und dort auf eine Gemeinschaft trifft, die sich in einem seltsamen Winterschlaf zu befinden scheint. Die Geschichte bewegt sich zwischen Zugehörigkeit, Erwachen und der Frage, ob man sich bewusst dafür entscheidet, wach zu bleiben oder wieder einzuschlafen.

Aus Südtirol kommt Grigia von Magdalena Mitterhofer und Giulia Delvecchio (Ancora Film). In einem alpinen Tal, das von militärischen Sportveranstaltungen geprägt ist, gerät der erste gemeinsame Urlaub eines Paares aus dem Gleichgewicht, als die Anwesenheit von Soldaten zunehmend ihre Beziehung beeinflusst.

Ebenfalls aus Südtirol stammt Between the Rows von Lorenz Sinn und Birgit Oberkofler (Albolina), ein Coming-of-Age-Film über den Konflikt zwischen der Zugehörigkeit zu den eigenen Wurzeln und dem Wunsch nach Selbstbestimmung.

Aus der französischen Region Centre-Val de Loire wurden zwei Projekte ausgewählt. 42 HOURS von Laura Piunti und Agathe Chevrier (Manégan Films) führt zurück zum Erdbeben von L’Aquila im Jahr 2009 und erzählt die Geschichte von Eleonora, einer gehörlosen Studentin, die einen scheinbar gewöhnlichen Tag erlebt, bevor kleine Details das Ausmaß des Schreckens offenbaren: Sie ist unter den Trümmern lebendig begraben. Das Projekt verbindet emotionale Sensibilität mit dramatischer Spannung.

Deutlich körperlicher und kämpferischer ist SCREWJOB von Tallulah Farquhar und David Grançon (Take Five), die Geschichte einer 23-jährigen Wrestlerin, die noch nie einen Kampf gewonnen hat und sich mit dem Vermächtnis dreier Frauengenerationen auseinandersetzt – zwischen Stärke, Liebe, Verlust und Überleben.

Vervollständigt wird die Auswahl durch The Second Child von Lina Mickutė und Leticija Čiužauskaitė (Magic Film, Litauen), eine intime Geschichte über Augusta, die sich ein zweites Kind wünscht. Ihre unerwartete Schwangerschaft löst jedoch eher Verwirrung als Freude aus, besonders nach einem Arztbesuch, der ihren Blick auf die Situation grundlegend verändert.

Mit dieser Auswahl bekräftigt MASO #3 seine Ausrichtung: Projekte zu fördern, die geografische und sprachliche Grenzen überschreiten, neue Autor*innenperspektiven sichtbar machen und Filme begleiten, die eine starke Identität, künstlerische Ambition und internationales Potenzial vereinen.

Veröffentlicht am 20.08.2026