Wenn sich die weitläufigen Hallen der Messe Bozen in eine dystopische, von dichtem Nebel verschluckte Ödnis verwandeln, dann wird großes Kino gemacht. Regisseur Alberto Fasulo, der 2013 für seinen Film „TIR” in Rom mit dem Marc’Aurelio d’Oro prämiert wurde, entführt uns mit seinem neuesten Werk „La Corda” in eine düstere, postapokalyptische Zukunft.
Die Prämisse dieses mutigen Science-Fiction-Dramas, ein Genre, das im italienischen Arthouse-Kino Seltenheitswert besitzt, ist ebenso kühn wie faszinierend: Die Erde ist ein toter Planet, von der Menschheit längst verlassen. In diese Trostlosigkeit wird ein Mann aus den Weiten des Alls zurück auf die Erde geschossen. Zusammen mit einer Frau, die dort ebenfalls erwacht, entbrennt ein existenzieller Kampf – nicht nur ums Überleben, sondern darum, den Funken eines völlig neuen menschlichen Bewusstseins zu entfachen.
Zukunftsweisende Synergien und eine persönliche Rückkehr
Hinter dieser visuellen und erzählerischen Wucht steht die Produktionsfirma Nefertiti Film unter der Leitung von Produzentin Nadia Trevisan. Das Werk entsteht zusammen mit Rai Cinema in länderübergreifender Koproduktion mit der Schweizer Beauvoir Films. Für Trevisan und Fasulo ist dieser Dreh in Südtirol mehr als nur eine logistische Entscheidung – es ist auch eine persönliche Rückkehr. Mit „La Corda“ vollendet das Duo eine Trilogie, die 2013 mit dem Erstlingswerk „TIR“ ihren Anfang nahm. Bereits damals unterstützte die Südtiroler Filmförderung das Team in der Postproduktion und legte so einen wichtigen Grundstein für dieses filmische Triptychon. Heute kehren die Filmemacher ganz bewusst zurück, um das finale Kapitel hier zu realisieren. Ein zentrales Element dieses kollaborativen Geistes – und ein absolutes Herzensprojekt am Set – ist die enge Zusammenarbeit mit der Bozner Filmschule ZeLIG. Acht Studierende erhalten bei dieser Großproduktion die einmalige Chance, unter der Betreuung von Emanuele Vernillo direkte und wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln. Für Regisseur Alberto Fasulo ist diese Dynamik ein absoluter Gewinn: „Die Nachwuchstalente bringen reichlich Motivation und ansteckenden Ehrgeiz mit, die den Arbeitsalltag bereichern und für spürbar positive Energie sorgen.”
Die Kunst, eine neue Welt zu erschaffen
Doch wie schafft man die Kulisse eines toten Planeten in Südtirol? Die Lösung besteht in der Schaffung von hochkomplexen Innenraum-Sets in den Hallen der Messe Bozen. Ganze 80 Tage gastiert das Filmteam in den Messehallen; dass davon 56 Tage der Vorbereitung, wie auch dem aufwendigen Auf- sowie Abbau gelten, zeugt von der immensen Dimension und Klasse der aufwendig errichteten Sets.
Vor der Kamera und hinter den Kulissen
Eine Produktion dieser Größenordnung verlangt Crew und Cast alles ab. Bei den produktionstechnischen Herausforderungen vertraute die Produktion auf das Südtiroler Service-Unternehmen „Impact Production“. Die lokale Expertise erwies sich als elementar, um das ambitionierte Vorhaben reibungslos umzusetzen. Wenn „La Corda“ voraussichtlich im Jahr 2027 das Licht der Leinwände erblickt, wird das Publikum eine Welt sehen, die zwar kaum wiederzuerkennen ist, jedoch von kühner Bildsprache und innovativer Erzählkunst geprägt ist. Dass die Vision von Alberto Fasulo Realität werden konnte, ist der engen Zusammenarbeit zwischen Nadia Trevisan mit Nefertiti Film, Rai Cinema und der Beauvoir Films und der IDM Film & Music Commission Südtirol. Ein wahrlich visionärer Abschluss einer bemerkenswerten Trilogie.
Hier alle Südtiroler Beteiligten an der Produktion:
Valentina Iagrossi - Produktionskoordinatorin
Bryan Ferraro - Produktionsassistent
Giacomo Lorenzi - Produktionsassistent
Alessandro Passi - Produktionsassistent
Peter Mair - Produktionsassistent
Erald Spahiu - Produktionsassistent
Juan Etoo Lantschner - Produktionsassistent
Sami Benameur - Produktionsassistent
Giuseppe Tedeschi - Regieassistent
Livia Romano - 1. Kameraassistentin (Assistente Operatore)
Hannah Huetter - 2. Kameraassistentin (Aiuto Operatore)
Kristian De Martiis - Oberbeleuchter (Gaffer)
Silvio Gabardi - Beleuchter
Stefano Alfonsetti - Zusatzbeleuchter
Andrea Frison - Zusatzbeleuchter
Noeh Demetz - Erste Kamerabühne (Key Grip)
Daniel Mazza - Kamerabühne (Grip)
Jakob Watschinger - Rigger
Stephan Mussner - Praktikant Kamerabühne
Matilde Ramini – Tonmeisterin
Christian Bruni - Bühnenbauer
Martin Frisbee - Requisiteur
Kelvin Xavier Wessen - Requisitenassistent
Moustapha Ka - Requisitenassistent
Mahdi Makkaoui - Requisitenassistent
Delia Gudrun Frisbee - Requisitenassistentin
Yousef Makkaoui - Requisitenassistent
Alejandra Deaza Silva - Garderobiere
Eva Maria Sotriffer - Kostümassistentin
Diego Marangoni - SFX Supervisor
Daniel Pir - Spezialeffekte-Techniker